Zeitumstellung fordert mehr Aufmerksamkeit im Straßenverkehr

Dunkelheit, Glätte, Wildwechsel und Geschwindigkeit erhöhen das Unfallrisiko.

Mit der Umstellung auf die Winterzeit am kommenden Wochenende verändern sich auch die Bedingungen im Straßenverkehr. Wenn die Tage kürzer werden und es bereits in den Nachmittagsstunden früher dunkel wird, steigen die Anforderungen an alle Verkehrsteilnehmer. Die Verkehrsunfallkommission nimmt die Zeitumstellung daher zum Anlass, zu besonderer Vorsicht und gegenseitiger Rücksichtnahme aufzurufen.

Besonders in der Dämmerung und bei Dunkelheit werden Fußgänger, Radfahrer und andere Verkehrsteilnehmer häufig erst spät erkannt. Hinzu kommen Regen, nasse Fahrbahnen, beschlagene Scheiben und die Blendwirkung durch entgegenkommende Fahrzeuge. Gleichzeitig erhöht sich in dieser Zeit die Aktivität von Wild wie Rehen, Wildschweinen oder Rot- und Damwild, die vermehrt Straßen überqueren. Autofahrerinnen und Autofahrer sollten deshalb nicht nur rechtzeitig das Abblendlicht einschalten, die Beleuchtung ihres Fahrzeugs überprüfen und die Scheiben sauber halten.

Fußgänger und Radfahrer können ebenfalls zu ihrer eigenen Sicherheit beitragen: Helle Kleidung, reflektierende Elemente, Warnwesten und eine funktionierende Beleuchtung erhöhen die Sichtbarkeit gegenüber motorisierten Verkehrsteilnehmern deutlich. Insbesondere Kinder, ältere Menschen und Personen, die auf ihrem täglichen Weg Straßen überqueren müssen, sind auf die eigene Sichtbarkeit und eine vorausschauende Fahrweise der anderen Verkehrsteilnehmer angewiesen.

Mit sinkenden Temperaturen steigt außerdem die Gefahr von glatten Fahrbahnen. Besonders auf Brücken, in Waldstücken, auf schattigen Straßenabschnitten sowie in den frühen Morgenstunden kann es zu überfrierender Nässe oder Reifglätte kommen. Was auf den ersten Blick nach einer unauffälligen Fahrbahn aussieht, kann bereits eine erhebliche Rutschgefahr darstellen.

Außerorts sollte besonders aufmerksam in Wald- und Feldrandbereichen gefahren werden. Wenn ein Wildtier die Straße überquert, ist mit weiteren Tieren zu rechnen. Steht Wild bereits auf oder neben der Straße, sollten die Fahrzeugführer bremsen, abblenden und hupen. Das bloße Betätigen der „Lichthupe“ oder das Einschalten des Fernlichts erschrecken die Tiere und lassen sie förmlich erstarren und sind damit nicht geeignet, das Wild aus dem Gefahrenbereich zu bringen. Sollte ein Zusammenstoß unvermeidbar sein, sollten die Fahrzeugführer kein Ausweichmanöver versuchen, sondern das Lenkrad gut festhalten und eine Gefahrenbremsung machen.

Die Verkehrsunfallkommission empfiehlt daher, die Geschwindigkeit stets den tatsächlichen Straßen-, Sicht- und Wetterverhältnissen anzupassen. Dabei gilt: Die zulässige Höchstgeschwindigkeit ist kein vorgeschriebenes Fahrtempo. Wer bei schlechter Sicht oder glatter Fahrbahn oder in Wildwechselzonen zu schnell unterwegs ist, riskiert längere Bremswege, den Verlust der Fahrzeugkontrolle und schwere Unfallfolgen. Ausreichender Sicherheitsabstand und eine vorausschauende Fahrweise sind jetzt besonders wichtig.

Von Januar bis September 2026 ereigneten sich im Landkreis Uckermark insgesamt 2532 Verkehrsunfälle mit 270 Verletzten und 3 getöteten Personen. Als größte Risikofaktoren sind Dämmerung, Dunkelheit, feuchte oder nasse Fahrbahnen sowie Wildunfälle zu nennen.

Die Verkehrsunfallstatistik zeigt, wie wichtig es ist, bestehende Unfallrisiken konsequent zu reduzieren. Eine defensive Fahrweise, ausreichende Sichtbarkeit, erhöhte Aufmerksamkeit in Wildwechselbereichen und die Bereitschaft, das Tempo rechtzeitig zu reduzieren, tragen wesentlich zur Verkehrssicherheit bei. Auch Ablenkungen am Steuer sind unbedingt zu vermeiden.

Die Verkehrsunfallkommission appelliert an alle Verkehrsteilnehmer, insbesondere in den kommenden Wochen das eigene Verhalten im Straßenverkehr an die aktuellen Bedingungen anzupassen.

22.10.2026 
Quelle: Landkreis Uckermark